Der Wettbewerb „Jugend forscht“ lädt jedes Jahr dazu ein, sich schon in der Schulzeit mit Forschung und Wissenschaft auseinanderzusetzen. In Hildesheim hat nun der Regionalwettbewerb stattgefunden, und auch Goslarer Schülerinnen des Christian-von-Dohm-Gymnasiums, Lina Carl aus Langelsheim (18) und Carol Leilani Kruse (19) aus Goslar, waren dabei mit dem 2. Platz in der Kategorie Chemie bei insgesamt 11 Projekten erfolgreich.

Alle sind Gewinner – die mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die beim Regionalwettbewerb des Wissenschaftswettbewerbs „Jugend forscht“ letzte Woche in Hildesheim mitgemacht haben. Jetzt haben die jungen Forscherinnen und Forscher ihre insgesamt 81 Projekte in sieben Kategorien von Arbeitswelt bis Geo- und Raumwissenschaften vorgestellt – und die Gewinner der ersten Runde wurden am Freitag in einer großen Feierstunde mit den Teilnehmenden, Eltern, Betreuern und interessierten Personen bekannt gegeben.

Mit ihrem Projekt „Einfluss verschiedener Alltagsstoffe auf die In-vitro-Enzymaktivität von Lactase“ wurde am Beispiel einiger ausgewählter Gewürze, Alltagsdrogen und Schmerzmedikamente untersucht, inwiefern verschiedene Alltagsstoffe die In-vitro-Enzymaktivität von Lactase beeinflussen könnten. Die Enzymaktivität wurde biochemisch durch das Messen des Glukosegehalts unter Verwendung von Urinteststreifen im Reagenzglas (also in-vitro) bestimmt. Weiterhin wurde das Ergebnis mithilfe des 1,6-Diaminohexan-Verfahrens (Wöhlk-Probe) experimentell überprüft.

Lina erklärt dazu, dass Laktoseunverträglichkeit immer häufiger bei Erwachsenen beobachtet wird. Bei Babys spaltet das Enzym Lactase den Milchzucker auf und macht ihn so verträglich und abbaubar. Später kann das Enzym vom Körper abgeschaltet werden. Beim Milchgenuss kommt es dann zu Problemen im Magen-Darm-Trakt mit unangenehmen Beschwerden. „Aber dafür kann man in den Drogerien und Apotheken nun Lactase-Tabletten kaufen, um weiterhin Milchprodukte konsumieren zu können“, ergänzt sie.

„Wir haben in unserem Bekanntenkreis beobachten können, dass es trotz der Einnahme von Lactase-Tabletten auch zu gesundheitlichen Problemen kommt, und wollten untersuchen, welche Stoffe aus dem Essen, wie Gewürze, oder Alltagsdrogen, wie Alkohol, Koffein oder Schmerzmittel, die Lactase hemmen könnten“, formuliert Lani ihren Forschungsansatz, den sie in ihren Facharbeiten im naturwissenschaftlichen Seminarfach eigenständig untersucht haben. Die Gewürze wurden beispielhaft aufgrund ihrer unterschiedlichen Herkunft von Südamerika bis Asien sowie wegen ihrer Inhalts- und Wirkstoffe, bei denen eine medizinische Wirkung nachgewiesen wurde, ausgewählt. Unter Alltagsdrogen fielen neben Alkohol und Koffein auch übliche Kopfschmerzmittel.

Lina und Lani freuten sich riesig über den Erfolg: „Wir waren total überrascht bei der starken Konkurrenz und so vielen Teilnehmern.“ Ihr Betreuer Dr. Frank Walter kommentierte den Erfolg: „Ich bin total stolz auf die beiden Forscherinnen. Es ist toll, mit welchem Engagement und Ideenreichtum Schülerinnen und Schüler experimentell Forschungsarbeiten meistern – und das neben ihren Vorbereitungen zum Abitur.“

Und das Ergebnis? Besonders Pfeffer und darauf folgend in abnehmender Stärke Knoblauch, Chili, Kümmel und Zitronengras zeigen eine hemmende Wirkung auf die Lactase sowie auf den Milchzuckerabbau. Die Wirkstoffe Paracetamol und Metamizol sowie Alkohol bewirkten eine sehr starke Hemmung der Lactase-Enzyme. Kaffee hingegen hat die Lactase-Enzyme zwar gehemmt, jedoch die Laktose-Spaltung nicht vollständig unterbunden. Nur der Wirkstoff Ibuprofen zeigte keine Auswirkungen auf die Enzymwirkung der Lactase.

„Weltweit gibt es keine wissenschaftliche Fachliteratur zu diesem Thema. Lina und Lanihaben ein neues Forschungsfeld eröffnet, welches sicherlich noch viele Jungforscherinnen und -forscher ermuntern wird, diese Effekte zu untersuchen“, fügt Dr. Frank Walter hinzu.

Die Gewinner haben sich für den Landeswettbewerb qualifiziert, der vom 16. - 18. März an der Technische Universität Clausthal stattfindet.

F. Walter 

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